Irgendwann ist es immer mal wieder so weit: der Gang zum Bürgeramt ist fällig.
Weswegen man den weiten Weg von der heimischen Couch zu diesem Ort der guten Laune, den lachenenden Gesichtern und den unmöglichsten Öffnungszeiten auch immer auf sich nimmt, man sollte auf jeden Fall eine Menge Zeit mitbringen.
Ich habe mir also einen kompletten Tag frei genommen. Nachdem ich ausgeschlafen und geduscht hatte, wartete ich also, bis die Pforten dieser heiligen Hallen mir den Eintritt gewährten.
Ich stieg in den Bus, gute Laune im Gepäck, und machte mich auf den Weg.
Dort angekommen, stieg ich aus dem überfüllten Bus wieder aus und musste feststellen, dass nicht nur ich die Idee hatte, an einem Donnerstag Morgen hierher zu tänzeln.
Nein, vor mir eine seit vielen Jahren, dank Liftingcremes, 40 gebliebene Dame. Sie trug ein wurtstfarbenes Oberteil, durch welches sich ihre tütenförmigen, BH-losen Brüste gut abzeichnen konnten, einen orangefarbenen ausgewaschenen Rock, der bis zu ihren Knien reichte wodurch man eine wunderbare Sicht auf ihre weißen, buschigen Stelzenbeine hatte, und braune Halbstiefel, die wahrscheinlich schon 3 Generationen überlebt haben. Die Haare hatten wohl länger kein Wasser mehr gesehen und von ihrer Schulter ging eine Handtasche ab, die sie fest unter ihren Arm drückte. Diese diente höchstwahrscheinlich als "Regentonne" für den austretenden Schweiß . "Ein Klischee", dachte ich mir, "und es lebt".
Neben mir eine Mutter mit ihrer höchstens sechs jährigen Tochter an der Hand und hinter mir ein älterer Mann mit Hut, der soeben aus seinem beigefarbenen Opel, mit Wackeldackel auf der Amature, ausstieg.
Fräulein Öko war nun also als erste an der Eingangstür angekommen und versuchte nun, sie aufzubekommen. Sehr groß und deutlich stand "Drücken" auf ihr geschrieben, was die werte Dame wohl nicht interessierte, denn sie ruppte und zog an ihr wie eine Geisteskranke. Nachdem sie nun fast an der Klinke hing dachte ich mir, helf ich ihr mal aus. "ich glaube, sie müssen drücken" sagte ich. Sie drückte also gegen die Tür, mit einer Kraft, die nicht einmal das armselig geringe Trinkgeld im Restaurant über den Tisch gleiten lassen würde. "Geht nicht, abgeschlossen wahrscheinlich"war ihre logische Antwort auf diesen Sachverhalt. Ich hielt kurz Inne und drückte dann ebenfalls gegen die Tür- und siehe da : sie war offen. Ab diesem Moment begann der Wettkampf. Jeder wollte als erstes am Empfangstisch ankommen, um so wenig wie möglich warten zu müssen. Nur wie kommt man dahin? Der Anblick, der sich vor uns auftat glich einem Labyrinth. Ein langer Flur von dem 9 Räume und 4 Treppen abgingen. An den Wänden unzählige Schilder mit verwirrenden Pfeilen "zum Bürgeramt". Der erste Pfeil zeigte die zweite Treppe hoch. Ich lief also in schnellem Tempo zur zweite Treppe, dicht gefolgt von den anderen Arschgeigen. Oben angekommen ging das Spektakel weiter. Wieder ein langer Flur, nur um einige Nummern größer und Schilder gab es auch keine mehr. Unsere Pappnasengruppe teilte sich also auf. Ich hatte Glück, denn das kleine Mädel konnte nicht lesen und stolzierte geradewegs in Richtung Herrentoiletten. Einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich der verzweifelten Mutter helfen sollte..aber ich hatte schließlich eine Mission. Nachdem ich 3 mal links, zweimal rechts und dann 300 Meter geradeaus gelaufen war, kam ich wieder an einer Treppe an "zum Bürgeramt". "Bingo", dachte ich mir. Endlich oben, war ich auch "schon" da. Ich war die erste, wobei ich von meiner linken ein schnaufen hörte. Kollege Wackeldackel hatte es also auch geschafft. Keuchend betrat ich den Empfangsraum und ging über die "Diskretion - Bitte hier warten" Linie hinweg. Es war schließlich niemand vor mir. Wobei dieser gedachte Abstand sowieso unglaublich viel bringt, da man ja auch überhaupt nicht hört, was zwei Menschen in 1,50m Entfernung sagen. Das ist allerdings ein anderes Thema. Ich stand jetzt also direkt vor der Empfangsdame. Circa 50 Jahre alt, Frisur Verschnitt Angela Merkel nur in Pudel, fliederfarbener Pullover, Tränensäcke bis zum Kinn und Herzförmige Schweißflecken unter den Armen. Gerade wollte ich ihr einen wundervollen guten Tag wünschen, da kam sie mir zuvor :"Könnse nich lesen?!" begrüßte sie mich freundlich. "Ihnen auch einen schönen Tag", entgegnete Ich. "Meinse wir maln da zum Spaß ne Linie uffn Boden? Ick glob nich. Stellnse sich bitte an wie alle andern ooch". Da ich ja gute Laune hatte und keine Lust auf eine Stundenlange Diskussion, ich war schließlich auf die Dame angewiesen, stellte ich mich also an der weißen Linie an. "So nächster", motzte sie als ich kaum dort angekommen war. "Jetzt hatse 'n arsch offen", dachte ich mir. Ich machte also einen großen Schritt und stand nun wieder vor ihr. "War aber auch wieder 'ne lange Schlange", sagte ich. Sie sah mich nur an und konnte über meinen, wie ich finde, sehr gelungen Witz wohl nicht so lachen :" Wennse nur auf quatschen aus sind jehnste zum friseur da bin ick nich für zuständig". Ich erklärte ihr also, weswegen ich da war. "ich würde gerne einen neuen Personalausweis beantragen". Nichtmal einen Blick bekam ich von ihr. Sie schielte über ihre, auf der Nasenspitze sitzenden Brille auf irgendwelchen bunt markierten Akten und schien mir nicht einmal zuzuhören. "..Entschuldigung?" fragte ich, und bevor ich den Satz beenden konnte entschied sie sich doch mit mir zu reden. "Ja wie wärt mit nem Bildchen von ihnen? Oder meinse ick mal jetzt 'n Portrait von ihnen?". Ich kramte in meiner Tasche herum und gab ihr ein Bild von mir in die Hand. Sie schaute kurz drauf, gab es mir wieder und drückte mir eine Nummer in die Hand :"so dit is jetzt ihre Nummer,jehnste da ins Zimmer, sei'n se möglichst leise und verpassenses nicht, wennse dran sind". Ich setzte mich also ins Wartezimmer und starrte auf den Bildschirm. Von meiner guten Laune war jetzt nicht mehr viel übrig.
nach gefühlten 3 Jahren war ich dann dran. "Platz 4" stand neben meiner Nummer auf der großen Anzeigetafel. Ich nahm die Beine in die Hand und suchte also Platz 4. Platz 3 war schnell gefunden.. und auch Platz 5 ließ nicht lange auf sich warten. "Moment, ist 4 nicht zwischen 3 und 5?" dachte ich. Ja, aber im Bürgeramt ist ja alles anders. Ich wetzte die Treppe runter, zweimal nach rechts, einmal nach links, dann wieder nach rechts.Ein Schild an der Wand "zu den Plätzen 1 und 4" ." Klar, macht Sinn" rief ich völlig erschöpft. Ich war also doch angekommen und auch schnell im Gespräch mit der etwas besser gelaunten Dame an meinem Platz. Als alles geklärt war und mir mitgeteilt wurde, dass ich meinen neuen Ausweis in 3 Wochen abholen könnte wollte ich gerade gehen, als mir auffiel, dass ich meine Tasche im Wartezimmer vergessen hatte. Ich eilte also wieder zu dem Raum der tausend vollgepupsten Stühle. Nach links, nach rechts dann noch zweimal links und die Treppe rauf. Langsam kannte ich mich in den Räumlichkeiten aus. meine Tasche war glücklicherweise noch da. Ich hing sie mir um und lief am Empfangsraum vorbei. "Hamse watt verjessen?" schallte es aus der Tür. "Ja" zu mehr war ich nicht mehr fähig. "Passense nächstet mal besser uff wir übernehm hier keene Haftung wennse wat verliern! Und ihre Nummer könnse ooch wegschmeißen, die brauchense nichmehr" knallte sie mir noch hinterher. Meine Laune war nun komplett in Keller gesunken und mir entgleisten jegliche guten Manieren :" Ich kann ihnen auchmal auf ihren Tresen kacken" rief ich ihr noch zu, bevor ich stampfend die Treppen runterging.
Ich freu mich schon, sie in drei Wochen wieder zu sehen, ich hoffe, Activia hält, was es verspricht.
Habt'n schönen Tach und bis zum nächsten Mal :)
Donnerstag, 6. September 2012
Montag, 3. September 2012
Ick könnt im Strahl kotzen
Es gibt einfach diese Tage, die schon scheiße anfangen. An denen man sich nicht nur fragt, wieso man überhaupt aufgestanden ist, sondern auch wieso man keinen Strick hat um dem ganzen Elend ein Ende zu bereiten. Ich glaube, jeder weiß von welcher Art Tage ich hier rede.
Und genau so einen Tag hatte ich heute.
Da ich keinen Führerschein besitze und ich nicht das Geld habe, mich von einem privaten Cheuffeur rumkutschieren zu lassen oder ständig mit dem Taxi zu fahren, bin ich, wie der großteil der Menschen, auf die Öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Und da der neue Monat gerade anfängt, ist auch wieder eine Monatskarte fällig.
Ich stehe also um 7 Uhr an einem freien Tag auf, weil mein kleiner Kack Kiosk nur bis um 9:00 Uhr geöffnet hat und ich meine Zeit zum wachwerden brauche.
Ich zieh mich also an, guck aus dem Fenster.. es regnet. Na fängt ja schonmal super an. Die Zahnpasta, die ich auf meiner Wange übersehen habe, fängt an zu krusten, ich hab meinen Schlüpper falsch rum an und es regnet. Klingt nach nem Bombem Tag.
Naja egal, dacht ich mir. Schuhe an und raus, ich habe ja ein klares Ziel.
Als ich die Schabracke von Kiosk nun also betrat, weckte ich schon auf Anhieb die Aufmerksamkeit des Inhabers. Nicht etwa wegen meiner triefenden Haare oder meiner Gummiboot-großen Tränensäcke, sondern wegen dem kleinen Lindt-Osterhasen-Glöckchen, dass samt rotem Band oben mit Tesafilm am Türrahmen befestigt war, dass anzeigen sollte, wenn sich nach Jahren mal wieder jemand hierher verirrt.
Ich laufe also mit quietschenden Schuhen auf den Tresen zu. "Guten Morgen, ich hätte gerne eine Monatskarte für den Monat September", sagte ich, so freundlich, wie es um 8 Uhr Morgens möglich war.
"da bräucht ick mal ihre Trägerkarte."
Ich wühlte in meinem Portmornait und gab sie ihm in die Hand. Nachdem er sichtlich über mein unglaublich vorteilhaftes Passfoto gelacht hat sah er mich nur an, gab sie mir wieder und sagte schadenfroh :" Tja, könnse verjessen, die is abjeloofen. Zweite September, müssense verlängern lassen, dann kann ick ihnen ne Monatskarte geben".
Ich drehte mich um, quetschte noch ein gezwungenes "danke" aus mir heraus und war aus der Tür verschwunden. Ich spürte etwas in mir aufsteigen. Und es war nicht der Käsetoast vom Frühstückt.
Mit leichter Aggression platschte ich nach Hause, wo ich meine Schuhe dann auskippen konnte.
Ich nahm mir einen Regenschirm aus dem Schrank und setzte mich in den nächsten Bus. Ubahnhof Schlossstraße.. dort befindet sich der einzige BVG stand, den ich kenne. Die Bustüren öffnen sich, ich möchte gerade aussteigen, als eine ältere Dame mir ihren Rollator in die Kniekehle knallt. Ich knickte ein und im nächsten Moment lag ich schon auf der Straße. Mit einem zerbrechlichen "Entschuldigung" schlossen sich die Türen wieder und ich rappelte mich auf. Ab diesem Moment war alles zu spät. Nichts konnte meinen Tag noch schlimmer machen. Dachte ich.
Von oben bis unten nass war ich jetzt endlich bei der BVG angekommen. Nach 10 Minuten anstehen und seltsamen Blicken war ich dann dran.
"Guten Tag.. Ich hätte gerne meine Trägerkarte verlängert und eine neue Monatskarte für den Monat September".
"Na dit is ja schön für sie. Da bräucht ick nur noch kurz ihren Personalausweis".
Ich knallte ihm also das Kackkärtchen auf den Tisch und hatte meine Hände schon zu Fäusten geballt.
"..hamse ooch nen jültigen Ausweis?", fragte er lächelnd.
".. Was meinen sie?" Mittlerweile war ich mir sicher: heute würde meine Halsschlagader platzen.
"Ihr Ausweis is seit Aujust abjeloofen.. da kann ick ihnen ihr Trägerkärtchen nich verlängern und ne neue Monatskarte kann ick ihnen dadurch ooch nich jeben".
Ohne ein Wort nahm ich meine Sachen, stopfte sie irgendwie in meine Tasche und musste erstmal raus, bevor ich meine Beherrschung verliere.
"Jetzt erstmal eine quarzen", dacht ich mir. Doch dann fiel mir auf, dass erstens weder Feuerzeug noch Zigaretten beihatte.. und zweitens ja Nichtraucher bin. Wobei das so genau ja nicht nehmen darf.
Normalerweise bin ich nicht der Typ, der schnell die Fassung verliert. Aber an genau solchen Tagen vergess ich mich. Da reißt mir die Hutschnur. Da ist es dann auch nicht sonderlich hilfreich, einen Freund zu treffen, der so unglaublich gut gelaunt ist, dass man denkt, der pupst gleich Regenbögen und Schmetterlinge. Und der einem dann erzählen will, dass das alles doch etwas gutes hat, weil sich ja die Pflanzen über den Regen freuen und ich so endlich den neuen Personalausweis bekomme.
"Ich bin von üben bis unten klitschlass weil mich ne Omma umgeknallt hat, wenn Wind kommt, ziehts im Schritt, Ich glaube meine Füße bilden gerade Schwimmhäute, ich bin totmüde weil ich den ganzen Tag durch die Gegend gefahren bin um einfach nur eine scheiß Monatskarte zu bekommen und das alles war jetzt einfach mal komplett fürn Arsch. Und du kommst jetzt an und erzählst mir was von Pflanzen die sich freuen? Mein lieber Freund ich glaube irgendwas läuft nicht ganz rund bei dir?"
Mit diesen Worten drehte ich mich um und setzte mich ins 50 Meter entfernte Bushäuschen. 10 Minuten.. zwanzig Minuten.. 30 Minuten vergingen, aber kein Bus war in Sicht.
So beschloss ich nach Hause zu laufen. Ist ja "nur" eine Stunde Fußweg und nass war ich ja eh schon.
Als dann der Bus auf halber Strecke an mir vorbeifuhr, gab mir das den Rest. Das ist doch immer so. Man wartet eine Ewigkeit und dann, wenn man die Schnauze voll hat, wird nochmal nachgetreten.
Zuhause angekommen legte ich mich so wie ich war einfach nurnoch aufs Sofa und beschloss nie wieder aufzustehen. Naja.. so wirklich einhalten konnt ich das dann doch nicht.
Bis zum nächsten Mal, mit besserer Laune.
Tschüssi Freunde
Und genau so einen Tag hatte ich heute.
Da ich keinen Führerschein besitze und ich nicht das Geld habe, mich von einem privaten Cheuffeur rumkutschieren zu lassen oder ständig mit dem Taxi zu fahren, bin ich, wie der großteil der Menschen, auf die Öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Und da der neue Monat gerade anfängt, ist auch wieder eine Monatskarte fällig.
Ich stehe also um 7 Uhr an einem freien Tag auf, weil mein kleiner Kack Kiosk nur bis um 9:00 Uhr geöffnet hat und ich meine Zeit zum wachwerden brauche.
Ich zieh mich also an, guck aus dem Fenster.. es regnet. Na fängt ja schonmal super an. Die Zahnpasta, die ich auf meiner Wange übersehen habe, fängt an zu krusten, ich hab meinen Schlüpper falsch rum an und es regnet. Klingt nach nem Bombem Tag.
Naja egal, dacht ich mir. Schuhe an und raus, ich habe ja ein klares Ziel.
Als ich die Schabracke von Kiosk nun also betrat, weckte ich schon auf Anhieb die Aufmerksamkeit des Inhabers. Nicht etwa wegen meiner triefenden Haare oder meiner Gummiboot-großen Tränensäcke, sondern wegen dem kleinen Lindt-Osterhasen-Glöckchen, dass samt rotem Band oben mit Tesafilm am Türrahmen befestigt war, dass anzeigen sollte, wenn sich nach Jahren mal wieder jemand hierher verirrt.
Ich laufe also mit quietschenden Schuhen auf den Tresen zu. "Guten Morgen, ich hätte gerne eine Monatskarte für den Monat September", sagte ich, so freundlich, wie es um 8 Uhr Morgens möglich war.
"da bräucht ick mal ihre Trägerkarte."
Ich wühlte in meinem Portmornait und gab sie ihm in die Hand. Nachdem er sichtlich über mein unglaublich vorteilhaftes Passfoto gelacht hat sah er mich nur an, gab sie mir wieder und sagte schadenfroh :" Tja, könnse verjessen, die is abjeloofen. Zweite September, müssense verlängern lassen, dann kann ick ihnen ne Monatskarte geben".
Ich drehte mich um, quetschte noch ein gezwungenes "danke" aus mir heraus und war aus der Tür verschwunden. Ich spürte etwas in mir aufsteigen. Und es war nicht der Käsetoast vom Frühstückt.
Mit leichter Aggression platschte ich nach Hause, wo ich meine Schuhe dann auskippen konnte.
Ich nahm mir einen Regenschirm aus dem Schrank und setzte mich in den nächsten Bus. Ubahnhof Schlossstraße.. dort befindet sich der einzige BVG stand, den ich kenne. Die Bustüren öffnen sich, ich möchte gerade aussteigen, als eine ältere Dame mir ihren Rollator in die Kniekehle knallt. Ich knickte ein und im nächsten Moment lag ich schon auf der Straße. Mit einem zerbrechlichen "Entschuldigung" schlossen sich die Türen wieder und ich rappelte mich auf. Ab diesem Moment war alles zu spät. Nichts konnte meinen Tag noch schlimmer machen. Dachte ich.
Von oben bis unten nass war ich jetzt endlich bei der BVG angekommen. Nach 10 Minuten anstehen und seltsamen Blicken war ich dann dran.
"Guten Tag.. Ich hätte gerne meine Trägerkarte verlängert und eine neue Monatskarte für den Monat September".
"Na dit is ja schön für sie. Da bräucht ick nur noch kurz ihren Personalausweis".
Ich knallte ihm also das Kackkärtchen auf den Tisch und hatte meine Hände schon zu Fäusten geballt.
"..hamse ooch nen jültigen Ausweis?", fragte er lächelnd.
".. Was meinen sie?" Mittlerweile war ich mir sicher: heute würde meine Halsschlagader platzen.
"Ihr Ausweis is seit Aujust abjeloofen.. da kann ick ihnen ihr Trägerkärtchen nich verlängern und ne neue Monatskarte kann ick ihnen dadurch ooch nich jeben".
Ohne ein Wort nahm ich meine Sachen, stopfte sie irgendwie in meine Tasche und musste erstmal raus, bevor ich meine Beherrschung verliere.
"Jetzt erstmal eine quarzen", dacht ich mir. Doch dann fiel mir auf, dass erstens weder Feuerzeug noch Zigaretten beihatte.. und zweitens ja Nichtraucher bin. Wobei das so genau ja nicht nehmen darf.
Normalerweise bin ich nicht der Typ, der schnell die Fassung verliert. Aber an genau solchen Tagen vergess ich mich. Da reißt mir die Hutschnur. Da ist es dann auch nicht sonderlich hilfreich, einen Freund zu treffen, der so unglaublich gut gelaunt ist, dass man denkt, der pupst gleich Regenbögen und Schmetterlinge. Und der einem dann erzählen will, dass das alles doch etwas gutes hat, weil sich ja die Pflanzen über den Regen freuen und ich so endlich den neuen Personalausweis bekomme.
"Ich bin von üben bis unten klitschlass weil mich ne Omma umgeknallt hat, wenn Wind kommt, ziehts im Schritt, Ich glaube meine Füße bilden gerade Schwimmhäute, ich bin totmüde weil ich den ganzen Tag durch die Gegend gefahren bin um einfach nur eine scheiß Monatskarte zu bekommen und das alles war jetzt einfach mal komplett fürn Arsch. Und du kommst jetzt an und erzählst mir was von Pflanzen die sich freuen? Mein lieber Freund ich glaube irgendwas läuft nicht ganz rund bei dir?"
Mit diesen Worten drehte ich mich um und setzte mich ins 50 Meter entfernte Bushäuschen. 10 Minuten.. zwanzig Minuten.. 30 Minuten vergingen, aber kein Bus war in Sicht.
So beschloss ich nach Hause zu laufen. Ist ja "nur" eine Stunde Fußweg und nass war ich ja eh schon.
Als dann der Bus auf halber Strecke an mir vorbeifuhr, gab mir das den Rest. Das ist doch immer so. Man wartet eine Ewigkeit und dann, wenn man die Schnauze voll hat, wird nochmal nachgetreten.
Zuhause angekommen legte ich mich so wie ich war einfach nurnoch aufs Sofa und beschloss nie wieder aufzustehen. Naja.. so wirklich einhalten konnt ich das dann doch nicht.
Bis zum nächsten Mal, mit besserer Laune.
Tschüssi Freunde
Donnerstag, 19. Januar 2012
Einführung.. oder sowat
Servus, Grützi, Hallo oder wie auch immer du begrüßt werden möchtest.
Aber eins kann ich sagen: steppen werd ich nicht für dich.
Das soll aber auch überhaupt nicht das Thema sein, wir wollen uns ja nicht gleich am Anfang verquatschen.
Vielleicht sollte ich mich, der Höflichkeit halber, erst einmal vorstellen. Aber das werde ich überspringen, denn ich komme aus Berlin und bin es gewohnt, gewissermaßen "anonym" zu leben.
Wo wir auch direkt eine unglaublich charmante Überleitung zu meinem eigentlichen Anliegen haben. Nein, nicht die Anonymität, sondern das Leben in Berlin.
Wenn man hier geboren und großgeworden ist, so wie ich, dann erlebt man täglich in den harmlosesten und banalsten Situation die skurrilsten Dinge. Das Unglaubliche und Unfassbare ist hier quasi Alltag. Das kann sowohl sehr positiv sein, manchmal aber auch wirklich negativ.
In welcher Art und Weise diese Momente auch immer "besonders" sind, sie sind zu schade um sie einfach an sich vorbeigehen zu lassen.
Und genau aus diesem Grund.. und vielleicht auch, weil ich meine Familie und meine Freunde nicht mehr mit meinem Geschichten belagern möchte und mir eine Therapeuthin zu teuer ist, habe ich den Entschluss gefasst und diesen Blog eröffnet.
jetzt fragt man sich sicherlich noch : Wieso der Titel? Wieso nicht einfach "Berlinblog"? Und was ist "futschi"?
Diese Fragen sind einfach beantwortet. Es fiel mir nicht schwer, einen Titel zu finden. Denn ich wollte etwas,das typisch für Berlin ist. Dabei denken die meisten immer an den Fernsehturm, das Brandenburger-Tor, den Berliner Bären oder die Ampelmännchen. Aber das ist eher die Touristenversion von Berlin. Das Bild, dass den Menschen durch Postkarten und Reisemagazine vermittelt wird. Und sicherlich gibt es Futschi ( Weinbrandt-Cola, um diese Frage auch zu beantworten) nicht nur in Berlin.. aber wenn ich so durch die Straßen von Kreuzberg laufe und diese kleinen Kneipen und Cafés an jeder Ecke und jedem zweiten Haus mit einem Schild vor der Tür "Futschi 1,50€ " sehe.. dann weiß ich sofort: ich bin in Berlin. Es gibt wahrscheinlich noch tausend andere Dinge, die Berlin auszeichnen, aber die Kapazität an Buchstaben bei so einem Blogtitel ist begrenzt.
Etwas, was diese Stadt auf jeden Fall noch auszeichnet, ist die Sprache. Der typische Berliner Dialekt. Lange habe ich überlegt, ob ich beim schreiben denn jetzt berlinern soll, oder nicht.
Schließlich habe ich mich, wie man ja schon lesen kann, dagegen entschieden. Denn ich möchte, dass nicht nur Leute aus Berlin, sondern Leute von überall diesen Blog (problemfrei) lesen. Sich hier ein eigenes Bild dieser pulsierenden Stadt machen.
Und das war auch schon alles, was man wissen muss, um für die nächsten Einträge vorbereitet zu sein. Falls es doch noch Fragen gibt, oben rechts auf der Seite hier, hab ich euch meine E-mail Adresse hingeklatscht, da könnt ihr mir schreiben. Ansonsten fass ich abschließend noch mal zusammen:
Ein Berliner Blog in dem ich Alltagsgeschichten erzählen werde, die mir passiert sind oder die ich miterleben durfte und die zu 100% wahr sind. Wobei man vor Augen haben muss dass es immer zwei Ansichten gibt.. und hier werde ich euch meine Seite der Geschichte übermitteln.. die richtige. Versprochen..
Aber eins kann ich sagen: steppen werd ich nicht für dich.
Das soll aber auch überhaupt nicht das Thema sein, wir wollen uns ja nicht gleich am Anfang verquatschen.
Vielleicht sollte ich mich, der Höflichkeit halber, erst einmal vorstellen. Aber das werde ich überspringen, denn ich komme aus Berlin und bin es gewohnt, gewissermaßen "anonym" zu leben.
Wo wir auch direkt eine unglaublich charmante Überleitung zu meinem eigentlichen Anliegen haben. Nein, nicht die Anonymität, sondern das Leben in Berlin.
Wenn man hier geboren und großgeworden ist, so wie ich, dann erlebt man täglich in den harmlosesten und banalsten Situation die skurrilsten Dinge. Das Unglaubliche und Unfassbare ist hier quasi Alltag. Das kann sowohl sehr positiv sein, manchmal aber auch wirklich negativ.
In welcher Art und Weise diese Momente auch immer "besonders" sind, sie sind zu schade um sie einfach an sich vorbeigehen zu lassen.
Und genau aus diesem Grund.. und vielleicht auch, weil ich meine Familie und meine Freunde nicht mehr mit meinem Geschichten belagern möchte und mir eine Therapeuthin zu teuer ist, habe ich den Entschluss gefasst und diesen Blog eröffnet.
jetzt fragt man sich sicherlich noch : Wieso der Titel? Wieso nicht einfach "Berlinblog"? Und was ist "futschi"?
Diese Fragen sind einfach beantwortet. Es fiel mir nicht schwer, einen Titel zu finden. Denn ich wollte etwas,das typisch für Berlin ist. Dabei denken die meisten immer an den Fernsehturm, das Brandenburger-Tor, den Berliner Bären oder die Ampelmännchen. Aber das ist eher die Touristenversion von Berlin. Das Bild, dass den Menschen durch Postkarten und Reisemagazine vermittelt wird. Und sicherlich gibt es Futschi ( Weinbrandt-Cola, um diese Frage auch zu beantworten) nicht nur in Berlin.. aber wenn ich so durch die Straßen von Kreuzberg laufe und diese kleinen Kneipen und Cafés an jeder Ecke und jedem zweiten Haus mit einem Schild vor der Tür "Futschi 1,50€ " sehe.. dann weiß ich sofort: ich bin in Berlin. Es gibt wahrscheinlich noch tausend andere Dinge, die Berlin auszeichnen, aber die Kapazität an Buchstaben bei so einem Blogtitel ist begrenzt.
Etwas, was diese Stadt auf jeden Fall noch auszeichnet, ist die Sprache. Der typische Berliner Dialekt. Lange habe ich überlegt, ob ich beim schreiben denn jetzt berlinern soll, oder nicht.
Schließlich habe ich mich, wie man ja schon lesen kann, dagegen entschieden. Denn ich möchte, dass nicht nur Leute aus Berlin, sondern Leute von überall diesen Blog (problemfrei) lesen. Sich hier ein eigenes Bild dieser pulsierenden Stadt machen.
Und das war auch schon alles, was man wissen muss, um für die nächsten Einträge vorbereitet zu sein. Falls es doch noch Fragen gibt, oben rechts auf der Seite hier, hab ich euch meine E-mail Adresse hingeklatscht, da könnt ihr mir schreiben. Ansonsten fass ich abschließend noch mal zusammen:
Ein Berliner Blog in dem ich Alltagsgeschichten erzählen werde, die mir passiert sind oder die ich miterleben durfte und die zu 100% wahr sind. Wobei man vor Augen haben muss dass es immer zwei Ansichten gibt.. und hier werde ich euch meine Seite der Geschichte übermitteln.. die richtige. Versprochen..
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